Buchdiskussion

Buchdiskussion im Oktober:
Wir treffen uns am Mittwoch, 26. Oktober 2022 um 19.30 Uhr im Buchladen Prinz Eisenherz, Motzstraße 23, 10777 Berlin und diskutieren:
Der Tempel
von Stephen Spender

Für eine gute Diskussion bitten wir alle Teilnehmenden, das Buch vor dem Treffen zu lesen. Gerne könnt Ihr Euch vorab per E-Mail anmelden.

Informationen zum Roman (von den Internetseiten des Verlags):
Zehn Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs besucht Paul Schoner Hamburg. Während im prüden England jedermann verzweifelt bemüht ist, die traditionelle Lebensweise aufrechtzuerhalten, ereignet sich mit Wandervogel und Körperkultur in Deutschland ein Aufbruch der Jugend, der alle Welt in Staunen versetzt. In Joachim, einem „missratenen“ Kaufmannssohn und Fotografen, findet Paul bald einen guten Freund, mit dem zusammen er Strandbäder und Nachtbars erkundet und schließlich eine Wanderung entlang des Rheins unternimmt. Als die Nazis in Deutschland immer stärker werden und Joachims Studio verwüstet wird, verlässt Paul Hamburg, um in Berlin seinen Studienfreund Bradshaw zu besuchen.
Stephen Spender hat dieses Porträt Deutschlands in der Zwischenkriegszeit im Jahr 1929 geschrieben. Paul Schoner ist darin das Alter Ego des Autors, Joachim Lenz ist als der Fotograf Herbert List und Spenders Freund Bradshaw als Christopher Isherwood zu erkennen. Erst 1986 hat Spender diesen frühen Entwurf überarbeitet. Sein Buch verbindet die authentische Frische des eigenen Erlebens mit dem Wissen um das, was später geschah. Ein großer Roman über Deutschland am Wendepunkt der Zwischenkriegszeit und den Freiheitsdrang einer jungen Generation.

Pressestimmen:
„Der Tempel ist nicht nur ein vielschichtiger Roman, sondern auch ein wunderschönes Zeitdokument der Vor-Nazi-Zeit.“
queer.de
„Der Tempel ist mehr als ein Stück schwuler Hamburger Literaturgeschichte. Es ist das lebendige Portrait einer Zeit enttäuschter Hoffnungen und Sehnsüchte, aufgezeichnet aus der distanzierten Perspektive eines Intellektuellen, über den Klaus Mann urteilte, er sei gleichermaßen aggressiv und verschwärmt, ein militanter Träumer und aktivistischer Poet.“
taz. die tageszeitung

Über den Autor: Stephen Spender (1909 – 1995) begann seine literarische Karriere in Oxford als Freund von W. H. Auden und Christopher Isherwood. Er verfasste zahlreiche Gedichtbände, aber auch politische Stellungnahmen und Reiseberichte aus Israel und China. Auch nach seiner Abkehr vom Marxismus (Der Gott, der keiner war, 1950) blieb er ein gesellschaftspolitisch engagierter Netzwerker, gab zwei Zeitschriften heraus, war mit vielen Schriftstellerkollegen befreundet und unterrichtete an Universitäten in England und den USA. 1983 wurde er zum Ritter geschlagen.

Darauf folgende Buchdiskussionen:
30. November 2022: „Was zu Dir gehört“ von Garth Greenwell
28. Dezember 2022: keine Buchdiskussion
25. Januar 2023: „Franz. Schwul unterm Hakenkreuz“ von Jürgen Pettinger

Buchbesprechung am 31. August 2022

Vergangene Buchdiskussionen:

2022

JanuarHerta Müller: Atemschaukel
FebruarGunther Geltinger: Benzin
MärzAfonso Reis Cabral: Aber wir lieben Dich
AprilGabriel Wolkenfeld: Babylonisches Repertoire
MaiJürgen Bauer: Portrait
JuniJames Baldwin: Giovannis Zimmer
JuliJakob Nolte: Kurzes Buch über Tobias
AugustMikita Franko: Die Lüge
SeptemberBrandon Taylor: Real Life

2021

OktoberTomasz Jedrowski: Im Wasser sind wir schwerelos
NovemberPeter Fuchs: Schöneberger Steinigung

Bis September 2021 fanden die Buchdiskussionen unter der Vorgängergruppe Literatunten statt.